Notizen an mich selbst – Reisetagebuch für die Seele
- Anja Horn

- 27. Sept.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 4. Okt.
Reisen beginnt im Kopf – und bleibt im Herzen.
Oft ist es nicht der Koffer, der zu schwer ist. Sondern die Gedanken, die wir mitschleppen. Die Erwartungen. Die To-do-Listen. Die Stimmen, die sagen, was man „gesehen haben muss“. Dabei ist jede Reise auch eine Einladung, sich selbst ein Stück näher zu kommen.
Ein Reisetagebuch muss nicht aus seitenlangen Berichten bestehen. Manchmal reicht ein Satz. Ein Gefühl. Ein Gedanke am Rand eines Tickets. Oder ein kurzer Moment, der zwischen zwei Stationen in deinem Inneren landet – und bleibt. Dieser Beitrag ist ein Plädoyer für achtsames Reisen. Für innere Packlisten. Für kleine Rituale unterwegs und für die Kraft, sich selbst zu begegnen – fernab vom Alltag.
Packliste für den Kopf: Was nehme ich mit – was lasse ich da?
Die wichtigste Vorbereitung beginnt vor der Abreise. Nicht im Koffer, sondern im Kopf:
Was möchte ich bewusst mitnehmen?
Neugier statt Perfektionsanspruch
Ruhepausen statt Reise-Perfomance
Offenheit für das Unerwartete
Was darf getrost zuhause bleiben?
Vergleiche
Erwartungen, wie „Reisen zu sein hat“
der Druck, alles zu dokumentieren
Stattdessen: Raum für echte Erfahrungen. Für leere Seiten, die sich mit Bedeutung füllen dürfen.
Kleine Rituale für große Wirkung
Gerade unterwegs tut es gut, kleine Anker zu haben – Rituale, die dich zurückholen in den Moment:
Morgen-Check-in: Eine Minute mit dir selbst: Wie geht es mir heute? Worauf freue ich mich?
Abendnotiz: Was hat mich heute berührt? Was war mein stiller Höhepunkt?
3-Gedanken-Methode: Morgens drei Gedanken aufschreiben, abends drei neue ergänzen. Kein Druck, nur Nähe zu dir selbst.
Solche kleinen Gesten machen eine Reise nicht nur bewusster – sie verankern sie auch tiefer in dir.
Reisetagebuch-Vorlagen: Dein persönlicher Begleiter
Du musst kein Tagebuchmensch sein, um dir etwas zu notieren. Oft hilft ein einfacher Rahmen:
Heute gesehen: (Orte, Momente, Menschen)
Heute gespürt: (Gefühle, Gedanken, Körperempfindungen)
Heute gelernt: (über die Welt oder über mich selbst)
Das Schöne: Deine Antworten dürfen sich ändern. Mal ausführlich, mal nur ein Wort. Hauptsache, es ist deins.
Reflexionskarten oder mentale Mini-Übungen für unterwegs
Manchmal hilft ein kleiner Impuls, um tiefer zu schauen:
Was würde ich mir an diesem Ort wünschen – wenn alles möglich wäre?
Wovor habe ich heute Respekt – und warum?
Was habe ich heute zum ersten Mal getan?
Welche Stimme in mir ist gerade besonders laut – und was will sie mir sagen?
Diese Fragen kannst du auf Karten schreiben, in dein Notizbuch legen oder als Screenshot auf dem Handy speichern. Nimm sie mit in den Tag – und schau, was sie in dir auslösen.
Reisen als innerer Weg
Nicht jede Reise verändert dein Leben. Aber jede Reise kann dich erinnern: an das, was wirklich zählt. An das, was schon in dir war. Ein Reisetagebuch ist kein Logbuch für andere – sondern ein Resonanzraum für dich selbst. Wenn du unterwegs bist, frag dich nicht nur: „Was habe ich gesehen?“ Sondern auch: „Was habe ich gefühlt?“ Vielleicht wird aus dem Reisetagebuch ein Lebensbuch. Eines, das bleibt. Auch lange nach der Rückkehr.








