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Warum wir reisen – der stille Sinn des Unterwegsseins

  • Autorenbild: Anja Horn
    Anja Horn
  • 2. Nov.
  • 2 Min. Lesezeit

Es gibt Reisen, die uns weit bringen. Und andere, die uns näher bringen. Näher zu dem, was wir einmal waren. Was wir vielleicht wieder sein wollen. Oder was wir unterwegs erst erkennen. Nicht jeder reist, um weg zu sein. Manche reisen, um wieder bei sich anzukommen. Reisen ist kein Fluchtplan – es ist ein Ruf.



Wenn das Außen leiser wird

Unterwegs beginnen Dinge zu sprechen, die zuhause oft übertönt werden. Der Blick aus dem Zugfenster, das Warten auf das Boarding, das erste Licht am Morgen in einer fremden Stadt – sie alle erzählen uns etwas. Nicht laut. Nicht dramatisch. Aber ehrlich.

Plötzlich ist Raum da. Für Gedanken, die wir zu lange verschoben haben. Für Gefühle, die sich endlich melden dürfen. Und für Fragen, die keine schnellen Antworten brauchen.


Erinnern statt abhaken

Reisen ist kein Wettbewerb. Kein Sammeln von Ländern oder Sehenswürdigkeiten. Sondern eine Kunstform, die etwas in uns bewahren kann: das Staunen.


Wir erinnern uns selten an den genauen Ablauf eines Reisetages. Aber an den Moment, in dem der Wind nach Salz schmeckte. An die Frau mit dem Korb Mangos. An den Satz, den ein Fremder sagte – der eigentlich für uns war. An das Gefühl, nicht suchen zu müssen, weil alles stimmte.


Der leise Kompass

Vielleicht reisen wir, weil der Alltag zu laut ist. Oder zu klar getaktet. Weil wir etwas wiederfinden wollen, das uns verloren ging. Weil wir nicht wissen, wonach wir suchen – aber sicher sind, dass es dort draußen auf uns wartet.


Reisen hilft nicht, sich selbst zu verlieren.

Reisen hilft, sich wieder zu erinnern.


Was bleibt, wenn wir zurück sind

Die schönste Reise ist die, die etwas mit uns macht. Nicht spektakulär. Sondern sanft. Spät. Tiefer.


Ein Geruch, der bleibt. Eine Geschichte, die wir weitertragen. Ein kleiner Riss in der Fassade des Gewohnten. Das sind keine Postkartenmomente. Das sind Spuren.


Manchmal ist es genau das:

Nicht das Ziel.

Nicht der Plan.

Sondern der Moment, in dem wir leiser werden –und uns wieder hören.



Brücke, Stein, Fluss

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